Sonntag, 23. November 2008

Das erste Wochenende in Paris...


So, das war er nun, mein erster kleiner Paris-Rundgang! Natürlich habe ich Euch auch zwei drei kleine Bilder mitgebracht, und auf dem ersten sieht man denn auch schon eine der grossen Touristenattraktionen der schon als gesammtes grossen Touristenattraktion Montmartre: die Basilique Sacré Coeur.
Ich wohne nur grad mal 400m von dieser von weither sichtbaren Landmark her entfernt und spaziere somit täglich mindestens zweimal daran vorbei. Zum Glück sind zu meinen "Reisezeiten" kaum Touristen unterwegs, denn wenn die los sind wimmelt es hier nur so!

Ich wohne hier also wirklich mitten im Kuchen, direkt auf dem Hügel des Montmartre, dem berühmten Künstler-Viertel von Paris. Amélie ist mir zwar noch nicht begegnet, aber ich denke es wird höchste Zeit dass ich mir diesen Film mal anschaue um etwas besser zu verstehen, wohin es mich hier verschlagen hat.
Malerische kleine Gässchen, viele niedliche Cafés und Restaura
nts machen natürlich auch ganz viel vom Charme dieses Quartiers aus, und zwei für mich persönlich lustige Etablissements möchte ich Euch hier zeigen: Erst mal das kunterbunte (wenn nicht eher sogar leicht kränklich giftige) Lädeli, das vielleicht meinem guten Freund Pail Frank gehört! Also diese knallige Seite kennen wir ja noch gar nicht von Dir, Paul!

Ein anderer Paul, nämlich Hunter-Pilot "Chappe" Ruppeiner (siehe auch mein Album meines Hunterflugs) kommt mir dann auch gleich ums Eck in den Sinn! Es gibt hier nicht nur ein Café Chappe, sondern grad eine ganze Strasse wurde scheinbar nach dem ehemaligen Staffelkommandanten der Fliegerstaffel 3 benannt! Chappeau, Chappe!

Oh wer übrigens vor lauter Augen-zu
sammen-Kneifen schon über die halbe Tastatur tränt und dabei schon einen kleineren Kurzschluss ausgelöst hat beim Versuch, etwas auf den kleinen Bildchen zu entziffern, dem sei geraten doch auch mal auf die Bilder draufzuklickken. Das hilft gegen stechende Augen. Ehrlich!

Auch direkt neben der Sacré Coeur ist mir dieser Reiter begegnet! Was er hier will oder was er hier soll ist mir sehr schleierhaft, aber es ergibt doch einen lustigen Farbklecks, oder?
Naja, ich bin mir aber doch relativ ganz sicher dass ich immer noch in Paris bin, und nicht irgendwo im Blauen Bock, nicht dass mir da plötzlich noch irgendwelche Extrem-Volksmusik-Tendenzen angedichtet werden...
Was man auf dem Bild auch noch gut erkennen kann ist das Hauptbaumaterial Montmartrealischer Strassen: sogenannte Pierres occupés - übersetzt "Bsetzischtäi"...

Hier der Vollständigkeit halber und weils so schön ist auch noch der Blick die Rue Foyatier hoch, eben der Strasse auf der mir das blaue Reh entgegen kam. Dieser steile Weg führt zur Basilika hoch und ist nicht nur teil meines Heimwegs, sondern gleichzeitig auch wichtiger Bestandteil meines Gratis-Fitnessabos...

Nach diesen paar Bildern hat der Akku meiner Kamera denn auch schon sein Leben ausgehaucht, was mir praktischerweise erlaubt die Kamera wieder tief in der Tasche zu verstauen um so nicht gerade auf den Blick wie einer der fünf Trillionen Touristen auszuschauen, die hier durch die Gässchen strömen.
Weiter ging es aber auf der Suche nach Sehenswerten, Essbarem und Nützlichem durch die verschiedensten Strassen bis hinunter zur Oper, die ich elegant umrundete um mit schmerzenden Füssen wieder die Heimreise den Hügel hoch anzutreten.

Was mir dabei gelang:
  1. ...ein leckeres japanisches Mittagessen in der Galerie Lafayette zu ergattern
  2. ...Nahrungs- und Waschmittel zu organisieren
  3. ...eine Captain-Hook Figur zu finden (mehr dazu folgt ein andermal)
  4. ...mich für die zukünftige Shopping-Tour mit meinen Schwestern und Mutter zu inspirieren
Was mir dabei nicht gelang:
  1. ...Stofftaschentücher zu kaufen
  2. ...bis ganz hinunter an die Seine zu düsen
  3. ...einen Schlumpf zu finden
Ihr seht also, es gibt noch einiges zu tun, und wenn denn meine Kamera bis nächsten Samstag wieder geladen ist sollte wieder so einiges hier auftauchen...







Mittwoch, 12. November 2008

Fleischeslust...

Ja, ich kann mich halt kaum zurückhalten hier. Frankreich ist ja schon irgendwie speziell berühmt dafür...

Klar, man kennt es auf der ganzen Welt - muss ja sein, ist ja eine der natürlichsten Sachen der Welt- aber hier, hier in Frankreich ist es halt schon irgendwie eine Spur besser, eine Spur verführerischer, und wer hat nicht schon insgeheim davon geträumt sich mal so richtig verwöhnen zu lassen...

Essen wie Gott in Frankreich? Mon dieu!

Eines ist aber schon mal ganz klar: Gott ist sicher kein Vegetarier! Denn was einem hier den Carnivoren geboten wird lässt alle das Gemüsebouquet leise schmollend und schmorend links liegen lassen (wo es auch hingehört, jawoll!)!

Seit ich vor ca. 10 Tagen hier in Frankreich eingetroffen bin hatte ich fast täglich irgend ein totes Rind von a) geringem Preis und b) äussert hoher Qualität auf dem Teller liegen, und wenn ich mich nicht ganz fest zusammen nehme wird das auch noch ein Weilchen so weiter gehen. Soviel Fleisch ist ungesund, sagt Ihr? Quatsch! Oder wann habt Ihr schon mal einen kranken Tiger gesehen?!? Ihr wiss schon dass die T-Rexe ausgestorben sind weil ihnen der Himmel auf den Kopf gefallen ist, und nicht weil sie zuwenig Sojabohnenmelhlquark gefunden haben, ja?

Heute etwa gab es in der Kantine von L'Oréal als Hauptgericht ein Rindssteak (wunderbar saignant - das haben sie im Griff, die Franzosen) mit Nudeln und Gemüse. Eine zarte Leckerheit sonderer Güte. Zusammen mit Salat vom Vorspeisenbuffet und frischem Dessert und Getränk legt man gerade mal 4 Euro vierzich auf den Tresen, wofür man in der Schweiz ja bekannterweise in einer Kantine bestenfalls eine Kinderausgabe eines zähmumifizierten, dünnen Stücks Schweine-Bauchdecke kriegen würde.

Diniert haben wir dann schliesslich auch grad wieder einen ähnlichen Boviden, ein "pavé de boeuf", ebenfalls blutig - lauwarm als wärs noch fast lebendig - zusammen mit einer Kartoffel mit Sauerrahm und dazu eine feine Zwiebel/Rotweinsauce (Pic courtesy of Daniel Juchli's Handy-Camera...):


Achherrje, Life is good...

Dienstag, 11. November 2008

Kopf hoch, oder Kopf ab...

Aua aua aua!

Heute kommt hier nicht viel schlaues raus, sondern nur etwas Gejammere und Geselbstbemitleide. Ich habe nämlich trotz halbem frei (die Franzosen feiern dass vor 90 Jahren der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen ist) alles andere als einen guten Tag: Ich habe eine Genicksstarre wie ich sie noch niiiie erlebt habe!

Ich kämpfe nun seit etwas über einer Woche mit einem leicht verdrehten Hals (nein, es sind nicht die attraktiven Französinnen, die meinen Halswirbeln so übel zugesetzt haben, sondern eher das Klima und ein vermutlich zu geringer Level an Keratin-Absonderungen flugfähiger Wandertiere, die traditionsgemäss in mittelgrosse Stoffsäcke gefüllt werden, damit wir unsere müden Häupter darauf ablegen können...).

Der grosse Fehler war es, heute den Wecker zu stellen - ist ja auch wirklich doof an einem Feiertag - denn zum Abschalten hab ich meine Wirbelsäule heute Morgen um Sieben um total ungefähr 270° verdreht, um mein düdelndes Connectophon zu ergreifen.

Und dann zuckte es nur noch...

Im Grunde fühlt es sich an wie ein Wadenkrampf, einfach auf der linken Halsseite. Es ist noch relativ knifflig und anstrengend, die verkrampften Muskeln anzuspannen - man soll ja bei Muskelkrämpfen nie lockern sondern immer voll dagegen drücken - wenn man nicht weis wo sie anfangen und wo sie hin sollen!
ich glaube es sieht auch relativ doof aus wenn jemand am Frühstücksbuffet in der Hotellobby mit seinen Händen scheinbar versucht seinen eigenen Kopf auszureissen und dabei ein langes gequältes "Ghhhhnnnnhhhhhhhhhhhh!!!!" von sich gibt. Zum Glück war noch eine Englische Schulklasse im Hotel, unter denen bin ich nicht so sehr aufgefallen (also mal ehrlih: nicht einmal die Britische Jugend weiss wie man sich kleidet und benimmt...).

Jetzt hocke ich da, schreibe verklemmt eine Applikation für die Acceptance Tests von morgen und hoffe, dass der nächste Krampfanfall im Hals ausbleibt. Wünscht mir Glück!!!

Oh, ich werde in Zukunft dann aber ehrlich auch versuchen, endlich mal mit etwas mehr Abenteuern, Hintergrundinfos und Humor den Blog zu verpesten, also tretet meinen Link noch nicht grad in die Tonne, okiday?

Donnerstag, 6. November 2008

Die halbe Wahrheit über Frankreich

So, grad am Ende des zweiten Tages meines Abenteuers hier in Paris haben wir - also ich und Carsten - eine neue, lebenswichtige Sache gelernt: nicht nur beim allgemeinen Zählen (ich erinnere an meinen Eintrag von vor über einem Jahr, Stichwort Vier-Zwanzig-Achtzehn...) und Richtungsangaben (gerade aus heisst ganz rechts...), sondern auch bei Volumenangaben sind die Franzosen ziemlich unlogisch. Erst die Geschichte, dann das Rechenbeispiel:

Abends nach Ladenschluss bei L'Oréal (yep, entsprechend unseren Schweizerischen Gewohnheiten sind wie die letzten in der Bude und gehen erst wenn sie wirklich alle Besucher draussen haben wollen) spazieren wir bei Nieselregen durch Aulnay und suchen ein Resto, finden irgendwann auch ein recht gemütliches Pub mit grosser Speisekarte, in der wir hocherfreut la bière à préssion in den Stufen 25cl, 50cl und 100cl erblicken.

Natürlich bestellen wir enthusiastisch bei der sehr freundlichen Bedienung je einen "demi litre", also das was bei uns so als "Haublitter" oder "Chibu" durchgeht.

Die Dame bringt uns dann zu unserem - natürlich dezent zurückgehaltenem - Entsetzen je eine Stange von 2.5 Dezi!

Ok, denken wir uns, kann ja mal vorkommen dass man sich verhört im Gastgewerbe.

Wenige Diskussionsrunden später (viele warens ja nich' bei nur grad mal 250ml Stella Artois, aber ein paar Dienstzeitanektoden passten rein) brauchen wir flüssigen Nachschub, und bestellen wieder zwei Halbe, in der Hoffnung dass wir denn nun dieses mal korrekt verstanden werden.

Zu sprachlos nachzufragen was los ist waren wir aber als dann wieder nur so zwei kleine 25cl-Müsterchen hingestellt wurden, und als die kleine Biermenge verdunstet und unser Schock überwunden war entschlossen wir uns es noch ein letztes Mal zu versuchen, einen halben Liter Bier zu ergattern.

Dieses Mal fragte ich dann aber genau nach, was es mit der kleinen Menge auf sich hat. Also aufgepasst!

Ein "Demi" ist einfach ein halbes BIER, nicht ein halber LITER, denn dieser wäre ein "Pint".

Nun also das Rechenbeispiel:

1 Liter / 2 = ein ganzes Bier = 1 Pint
1 Liter / 4 = ein halbes Bier = 1 Demi

Ich bin froh dass ich DAS jetzt weiss!