Shhhhhh!!!
Nicht so laut!
Sonst hören sie uns, die Goblins!
...
Jahahaha, Ihr lacht jetzt natürlich und glaubt dass ich fast schon wie meine inzwischen leicht keltisch angewindete Schwester kleine, halbnackte Männchen sehe!
Das mach ich natürlich nicht!!!
'ssind ja unsichtbar, oder!
Irgendwie werde ich aber das Gefühl nicht los dass mich seit einiger Zeit ein paar Kobolde verfolgen, denn mir passieren so viele kleine Gemeinheiten wie sie eben nur zu den eher kleineren der Zaubervölker passen...
Kleine Auswahl gefällig?
Humm, da war erste Mal mein funkelniegelnagel(fast)neuer, stupsnäsiger Nissan Micra der nach gerade mal 24 Stunden und 300km in meinem Besitz einfach so mal den Keilriemen von der Rolle wirft und mich solange in der Teutonischen Pampa (manche nennen es auch Karlsruhe...) stranden lässt das ich meinen mich sehnlichst erwartenden Kollegen in Frankfurt bei der Installation unserer Geräte für die grosse Chemiemesse (für die ich den ganzen Muttertag geopfert habe) auf keinen Fall helfen kann!
Dann haben die kleinen Unholde wohl auch noch Rasierklingen in meine Schuhe genäht, so dass ich eine Woche lang mit malträtierten Achillessehnen durch die ACHEMA in Frankfurt gehumpelt bin...
Des Weiteren haben die Goblins am Samstag auch noch mein recht neues, sacketeures Telefon so sabotiert, dass es nur noch die Lautstärkeeinstellungen hoch und runter gedüst ist und dann irgendwann mal meldete dass es sich denn sogleich auf Werkseinstellungen zurücksetzt - was es dann auch getan hat uns domit all meine Programme, Adressen, e-Maileinstellungen, Bücher und so gelöscht hat.
Zudem hält seither der Akku gerade mal noch 6 Stunden oder - wenn man es denn wagt das Teil zu berühren - vier SMS lang.
Nicht verzagen! Schliesslich konnte ich meine SIM-Karte vom hinkenden Deluxe-Elektronikschrott auf mein altes, bewährtes Handy wechseln, auf dem ich in vorausblickender Weisheit nicht einmal die Adresskartei gelöscht hatte!
Nur schade dass heute morgen auch dieses Teil von meinen kleinen unheimlichen Freunden heimgesucht wurde und nun die Tasten 7, 8, 9 sowie Cursor-Links und Escape nicht mehr gehen. Ich kann also nur noch mit Leuten kommunizieren die entweder in meiner Liste sind oder keine Telefonnummer haben die eine Sieben, Acht oder Neun enthalten.
Schön blöd, dennn eigentlich sollte ich dringend nach Deutschland telefonieren: "0049..., ääähm..."
Oh, die Kobolde haben aber auch noch weitere Spässchen getrieben! Anstatt mich im L'Oréal-nahen Ibis-Hotel in Aulnay-sous-Bois einzuquartieren, haben mir die Plagegeister neulich ein Ibis-Hotel auf der anderen Seite von Paris ausgesucht, knappe 1 1/2 Stunden von Aulnay weg und mitten in einem der gefährlicheren Stadtteile von Paris.
Selbst gestern bei der Ankunft bei meinem zweiten Trip in den letzten zwei Wochen nach "Fronggreysch" konnten es die Kleinen nicht lassen: die Buchung meines Zuges haben sie für Sonntag unbehelligt gelassen, aber netterweise das Buchungsdatum fürs Hotel (diesmal wenigstens in Aulnay) um einen Tag verschoben.
Jaaa, dann habe ich heute noch den ganze Tag eine eigentlich wunderbar funktionierende Pumpe getestet und ausgetauscht, nur um am Schluss festzustellen dass die Biester bloss einen kleinen elektrischen Kontakt etwas verschmutzt hatten.
HAH! Kleinigkeit!!! Das dafür auszubauende 30kg schwere Modul hieve ich doch mit Links!
Und Rechts...
Und und der knackenden Wirbelsäule dazwischen...
Ich weiss jetzt so gar nicht recht was ich nun tun soll:
Mich in meinem Hotelzimmer einschliessen und mich im Kissenüberzug verstecken?
Mein Schwesterlein fragen ob sie ein par Nac-mac-Feegle runterschicken kann, die Auge in Auge mit den Goblins aufräumen (ich lass auch 'ne Flasche Whisky springen, crivens!)?
Mich einfach zurücklehnen, die Show geniessen und gespannt erwarten was sich die Kobolde neues für mich ausgedacht haben?
Irgendwer irgendwelche anderen Ideen für die metaphysische Schädlingsbekämpfung?!?
Mal sehen...
Anm.d.Aut.: Keine Angst, mir geht es prima! Hab Euch lieb! Mich eigentlich auch.... *ächz*
Montag, 25. Mai 2009
Dienstag, 19. Mai 2009
TTE - der "Truckli-Total-Ersatz"
TTE ist in aller Munde.
TTE kommt in den Medien fast jede Woche mal vor.
TTE ist der Tiger-Teil-Ersatz - das grösste und wichtigste Beschaffungsprojekt der Schweizer Armee seit über zehn Jahren: Es geht darum die schon fast dreissig Jahre in der Schweiz aktiven F-5E Tiger II Raumschutzjäger durch moderneres Mehrzweckkampfflugzeug zu ersetzen.
Unnötig sagen die einen, absolut notwendig sagen die anderen (nämlich die die auch nur eine Spur Ahnung vom Thema haben...).
Ich kann mich noch knapp daran erinnern, wie unsere ganze Familie damals 1981 nach Emmen gepilgert ist um den gigantischen amerikanischen Galaxy-Transporter zu bewundern, der damals den ersten Tiger fein säuberlich zerlegt in die Schweiz brachte. Der Tiger ist aber noch viel älter: die Entwicklung begann bereits 1954 und 1962 flog der kleine agile Jäger das erste Mal.
Wann habt Ihr Euren letzten PC gekauft? Euer letztes Handy? Das letzte Auto?
Sicher nicht vor 30 Jahren!!!
TTE kommt in den Medien fast jede Woche mal vor.
TTE ist der Tiger-Teil-Ersatz - das grösste und wichtigste Beschaffungsprojekt der Schweizer Armee seit über zehn Jahren: Es geht darum die schon fast dreissig Jahre in der Schweiz aktiven F-5E Tiger II Raumschutzjäger durch moderneres Mehrzweckkampfflugzeug zu ersetzen.
Unnötig sagen die einen, absolut notwendig sagen die anderen (nämlich die die auch nur eine Spur Ahnung vom Thema haben...).
Ich kann mich noch knapp daran erinnern, wie unsere ganze Familie damals 1981 nach Emmen gepilgert ist um den gigantischen amerikanischen Galaxy-Transporter zu bewundern, der damals den ersten Tiger fein säuberlich zerlegt in die Schweiz brachte. Der Tiger ist aber noch viel älter: die Entwicklung begann bereits 1954 und 1962 flog der kleine agile Jäger das erste Mal.
Wann habt Ihr Euren letzten PC gekauft? Euer letztes Handy? Das letzte Auto?
Sicher nicht vor 30 Jahren!!!
Das Argument Auto bringt mich aber nun endlich dorthin zurück, wo ich im Titel eigentlich angefangen habe: der TTE als "Truckli-Total-Ersatz"!
Das Truckli war der gute alte Ford Ka den mir meine Schwester Madeleine verdankenswerterweise vor etwas über einem Jahr vermacht hat - entweder ich oder die Schrottpresse - und dieses kleine blaue, aber auch äussert solide und angenehme Gefährt hat in der letzten Zeit angefangen immer mehr eigenartige Geräusche aufzufahren und auch mehr und mehr mal einfach auszusetzen. Mein Schwesterlein und ich sowie der erste besitzer haben insgesamt doch immerhin 356350 Kilometer auf dem kleinen blauen Truckli abgerödelt - und dabei auch die eine oder andere externen kosmetischen Anpassungen vorgenommen (z.T. sogar mit Hilfe praktischerweise am Strassenrand parkierter Felsblöcke, gell Schwöschterli...*schnellduck*).
Eben, mehr und mehr regte sich in mir der Wunsch endlich mal ein Fahrzeug mein Eigen nennen zu dürfen das a) weniger laut rostet als fährt, b) weniger zerknittert aussieht als mein Chemspeed-Hemd nach fünf Tagen Messe, c) beim Überholen kein soooo grosses Verkehrshindernis ist und d) auch etwas mehr Extras hat als eine handelsübliche Mikrowelle aus den Siebzigern.
Gefunden habe ich bei Garage Joller im Dorf (da kommen auch schon das Truckli, Schwesterleins Truckli-Ersatz und glaubs auch Brotherleins Töff-Töff her... ) einen ebenso kleinen und runden Nissan Micra 1.4 Tekna! Im Bild nebenan seht Ihr gerade beide Wägeleins bei der Übernahmezeremonie: Little-Blue-Ka linkerhand und Micra rechts...
Der Micra sieht toll und unverbraucht aus, und ist eine echte Kampfwertsteigerung gegenüber dem Ka (wie ich es auch der Schweizer Luftwaffe wünsche): etwa ein Drittel mehr Leistung und umfangreiche Elektronik (ausser Autospeed und Parkhilfe ist glaubs ALLES drin was man sich denken kann...), sehr angenehmes Fahrverhalten, und sogar mein Vater wagt nun kaum mehr über mein Auto zu lästern wie es beim Ford an der Tagesordnung war! Zudem riecht der Micra weniger nach Ross...
Hah, der Micra erkennt mich sogar! Wenn ich in der Nähe bin reicht ein Knopfdruck um mir die Türen zu öffnen und den Motor zu starten! Intellikey nennt sich das: der Schlüssel bleibt brav im Hosensack und sendet auf Anfrage des Micras ein "Sesam offne Dich". Vorbei das mühselig nach den Schlüsseln grabbel während man mit Gepäck unter dem Arm im Regen steht!
Natürlich habe ich dem Kleinen auch gleich meinen Stempel aufgedrückt und so ziert nun auch dies' Gefährt die obligatorische Hunter-Silhouette - immerhin bin ich ja auch noch ein bisschen Hunter-Pilot, oder!
Ja, er hat 'ne Basler-Nummer.
Nein, er hat keine Flügel.
Doch, er trinkt schon Benzin und keine Milch mehr.
Zusammengefasst: Klein, fein, mein!!!
Oh, abschliessend möchte ich es nicht versäumen meinem Schwesterlein nochmals ganz herzlich für das Truckli zu danken!!! Der Ka hat uns wirklich bewegt, und ich werde den Kleinen immer in Erinnerung halten!
Oh, und noch abschliessender natürlich noch etwas Propaganda, einfach um den Bogen wieder bis zum Anfang zurück zu spannen: www.pro-kampfflugzeuge.ch
Oh, und am abschliessendsten: Was bei meinem ersten grossen Ausflug mit dem Micra gescha wird noch ein dickes, fettes Kapitel für sich... Stay tuned!
Mittwoch, 25. März 2009
Klingenwirbel
Ich atme leise aus, ziehe mich geistig zurück aus der Welt und verschwimme sofort in den schmalen Spalt zwischen den Dimensionen, den wir Schurken und Assassinen zu unserem Spielplatz gemacht haben. In der Welt des Sichtbaren bin ich nun kaum mehr aufspürbar, ein blosser Schatten, ein kaum wahrnehmbares Flimmern.
Die Vrykulls müssten direkt auf mich draufstehen um mich zu bemerken!
Meine Lederrüstung gibt keinen Laut von sich während ich mich langsam mitten in die Gruppe der hühnenhaften Nordläner schleiche. Tagelang habe ich die mühsam erworbene Rüstung ja genau deshalb geölt, eingewalkt und geschmeidig gemacht. Ich weiss gar nicht mehr wieviele Purzelbäume ich geschlagen habe um das Leder auf den harten Einsatz im Kampf vorzubrereiten, wieviele Berge ich hochgerannt bin um meine Kondition zu stählen, und in wievielen Pfützen ich stundenlang regungslos gelegen bin um mich abzuhärten und mich an die Entbehrungen als Assassine zu gewöhnen...
Gut zwischen den vier Gegnern plaziert schiele ich zu Setara, die zusammen mit dem Rest meiner Gruppe hinter einer Biegung des Festungsganges wartet. Sie lockert ihre Schultern, lässt ihre langen Eckzähne in einem Lächeln aufblitzen, und nickt mir Ihre Bereitschaft zu, gleich loszubreschen.
Ich muss grinsen ab der Traube aus treuen Freunden, die dort hintern auf mein Losschlagen wartet: Hinter der blassblauen Draenei Setara erhasche ich einen Blick auf die Elfenpriesterin Sternenlied, die - diesmal nicht mit einer Blume sondern einem gefährlich aussehenden Kampfstab bewehrt - fast schüchtern hinter Setara hervorblinzelt. Dahinter der kahlköpfige Thrud, der sein feuriges Kriegertemprament so kurz vor der Schlacht kaum mehr zügeln kann und breit grinst, und der Nachtelfenkrieger Arantir, wie immer ruhig und besonnen, ein still brodelnder Vulkan kurz vor der Eruption.
Ich stelle mich hinter den Magier der Vrykull, und ramme ihm blitzschnell den Knauf meines Dolches hinter den Ansatz seines gewaltigen Kopfes, direkt auf einen Nervenstrang. Seine Gefährten bemerken nicht einmal dass der Magier nun paralysiert ist und schauen weiter gelangweilt im Gewölbe des unheimlichen Turmes herum während ich immer noch unsichtbar bewegungslos innehalte.
Setaras wachem Blick entgeht aber nicht, dass der eine Gegner scheinbar im Stehen eingenickt ist, und mit dem für ihren Stand so typischen magischen Todesgriff zerrt sie einen der verbliebenen drei Vrykull-Riesen zu sich und beginnt mit ihrer Zweihandaxt beidhändig auf ihn einzuschlagen.
Die anderen beiden nun aufgeschreckten Vrykulls stürmen los, um ihrem Gefährten gegen die tobende Todesritterin beizustehen, doch mit einem weiteren gut gezielten Hieb stelle ich einen der beiden für ein paar Sekunden kalt. Dann stürme ich den anderen hinterher, die zwischenzeitlich bereits all ihre Wut auf Setara loslassen und sie mit Schwerthieben überdecken.
Ein wüstes Getümmel entsteht um Setara als die beiden Krieger meiner Truppe auch zur Todesritterin stossen und sich in Duelle mit den riesenhaften Nordmännern verstricken. Grösser, zäher und kräftiger als wir sind sie, die Vrykull - aber wir sind erfahrener...
Sternenlied lässt derweil Heilzauber nach Heilzauber auf meine Mitstreiter wirken, um sie vor den zermalmenden Schlägen der Gegner zu schützen und ihre Wunden zu heilen. Gleichzeitig tanze ich immer wieder flink in das Handgemenge hinein, um den ungeschützten Rücken unserer Feinde präzise und vernichtende Dolchstösse zu versetzen, immer aber auch erpicht darauf, den schwirrenden Klingen der Gegner auszuweichen.
Der erste Vrykull fällt unter den Schlägen der wütend brüllenden Setara. In dieser sekundenkurzen Atempause blicke ich über meine Schultern zurück zu den beiden Opfern meiner Betäubungskünste: Gut, der Magier döst noch tief, aber der andere Krieger hat sich aus seiner Paralyse losgerissen und stürmt nun auch auf unser Handgemenge zu.
Reflexartig wirble ich im zwei Wurfsterne in seinen Oberkörper bevor er bei mir angelangt ist, und ziehe dem überraschten Hühnen meine Dolche über die Brust. Diese Verletzungen werden ihn sicher töten, das wissen wir beide, aber in seiner Rage packt mich der Vrykull und stellt sich an meinen nur leicht gepanzerten Körper wie einen dünnen Zweig zu zerbrechen.
In letzter Sekunde stürmt Thrud mir zu Hilfe und mein Widersacher sinkt unter dem Hagel Thrud's beider Streitkolben leblos zusammen.
"Müssen mehr aufpassen, kleine Inachis!" grinst der wuchtige und Menschenkrieger mir zu und rauscht so schnell er gekommen war wieder zurück ins Getümmel, wo meine Freunde auf den verbleibenden Vrykull-Krieger einschlagen und seine letzte Verteidigung durchbrechen.
Ich aber renne in die andere Richtung um meine ganze Aufmerksamkeit dem Magier zu widmen: der Vrykull-Zauberer ist ebenfalls aufgewacht und beharkt nun aus der Ferne die Nachtelfe Sternenlied mit Feuerbällen und unheiligen Flüchen, um sie daran zu hindern ihren Freunden beizistehen.
Bei ihm angekommen lege ich ihm meine Garottenschnur um den Hals um ihn zu erdrosseln, und seine die Priesterin versengenden Sprüche verstummen endlich während er sich mit zitternden Händen von meiner tödlichen Umarmung zu retten versucht. Ein tiefer Dolchstoss in den nur von einem groben Stoffgewand geschützten Rücken und dieser letzte Gegner erschlafft leblos in meinen Händen.
...
"Söö, das wor schön mal nicht schlecht" höre ich Thrud in seinem typischen Sächsisch über meinen Kopfhörer kommentieren - jetzt wieder mit etwas mehr Vokabular und Gramatik als eben noch im Spiel.
Setara entschuldigt sich derweil dafür, die "Aggro" nicht bis zum Schluss bei sich gehalten zu haben, weshalb Sternenlied dann auch ein paar Zaubersprüche auf die Mütze gekriegt hat. Letztere lacht auf während sie von Arantir geknuddelt wird: "Selber schuld wenn ich mich so hervorstelle und mich zu einem lohnenden Ziel mache! Dein Tanken war schon ok!"
"Inchen!" zwitschert Setara - in Wirklichkeit meine Schwester Madeleine - "Du Dödel hast den falschen betäubt!"
"Jaja", lache ich zurück, "ich hab erst nachher gesehen das Du ja den linken für mich markiert hast. Kommt nicht wieder vor, versprochen!"
Scherzend und lachend verteilen wir die virtuelle Beute und den Plunder den wir bei den Computergegnern finden, und ziehen dann weiter durch den Turm der Feste Uldaman, mit dem Ziel den Drachenlord endlich zu stürzen...
Die Vrykulls müssten direkt auf mich draufstehen um mich zu bemerken!
Meine Lederrüstung gibt keinen Laut von sich während ich mich langsam mitten in die Gruppe der hühnenhaften Nordläner schleiche. Tagelang habe ich die mühsam erworbene Rüstung ja genau deshalb geölt, eingewalkt und geschmeidig gemacht. Ich weiss gar nicht mehr wieviele Purzelbäume ich geschlagen habe um das Leder auf den harten Einsatz im Kampf vorzubrereiten, wieviele Berge ich hochgerannt bin um meine Kondition zu stählen, und in wievielen Pfützen ich stundenlang regungslos gelegen bin um mich abzuhärten und mich an die Entbehrungen als Assassine zu gewöhnen...
Gut zwischen den vier Gegnern plaziert schiele ich zu Setara, die zusammen mit dem Rest meiner Gruppe hinter einer Biegung des Festungsganges wartet. Sie lockert ihre Schultern, lässt ihre langen Eckzähne in einem Lächeln aufblitzen, und nickt mir Ihre Bereitschaft zu, gleich loszubreschen.
Ich muss grinsen ab der Traube aus treuen Freunden, die dort hintern auf mein Losschlagen wartet: Hinter der blassblauen Draenei Setara erhasche ich einen Blick auf die Elfenpriesterin Sternenlied, die - diesmal nicht mit einer Blume sondern einem gefährlich aussehenden Kampfstab bewehrt - fast schüchtern hinter Setara hervorblinzelt. Dahinter der kahlköpfige Thrud, der sein feuriges Kriegertemprament so kurz vor der Schlacht kaum mehr zügeln kann und breit grinst, und der Nachtelfenkrieger Arantir, wie immer ruhig und besonnen, ein still brodelnder Vulkan kurz vor der Eruption.
Ich stelle mich hinter den Magier der Vrykull, und ramme ihm blitzschnell den Knauf meines Dolches hinter den Ansatz seines gewaltigen Kopfes, direkt auf einen Nervenstrang. Seine Gefährten bemerken nicht einmal dass der Magier nun paralysiert ist und schauen weiter gelangweilt im Gewölbe des unheimlichen Turmes herum während ich immer noch unsichtbar bewegungslos innehalte.
Setaras wachem Blick entgeht aber nicht, dass der eine Gegner scheinbar im Stehen eingenickt ist, und mit dem für ihren Stand so typischen magischen Todesgriff zerrt sie einen der verbliebenen drei Vrykull-Riesen zu sich und beginnt mit ihrer Zweihandaxt beidhändig auf ihn einzuschlagen.
Die anderen beiden nun aufgeschreckten Vrykulls stürmen los, um ihrem Gefährten gegen die tobende Todesritterin beizustehen, doch mit einem weiteren gut gezielten Hieb stelle ich einen der beiden für ein paar Sekunden kalt. Dann stürme ich den anderen hinterher, die zwischenzeitlich bereits all ihre Wut auf Setara loslassen und sie mit Schwerthieben überdecken.
Ein wüstes Getümmel entsteht um Setara als die beiden Krieger meiner Truppe auch zur Todesritterin stossen und sich in Duelle mit den riesenhaften Nordmännern verstricken. Grösser, zäher und kräftiger als wir sind sie, die Vrykull - aber wir sind erfahrener...
Sternenlied lässt derweil Heilzauber nach Heilzauber auf meine Mitstreiter wirken, um sie vor den zermalmenden Schlägen der Gegner zu schützen und ihre Wunden zu heilen. Gleichzeitig tanze ich immer wieder flink in das Handgemenge hinein, um den ungeschützten Rücken unserer Feinde präzise und vernichtende Dolchstösse zu versetzen, immer aber auch erpicht darauf, den schwirrenden Klingen der Gegner auszuweichen.
Der erste Vrykull fällt unter den Schlägen der wütend brüllenden Setara. In dieser sekundenkurzen Atempause blicke ich über meine Schultern zurück zu den beiden Opfern meiner Betäubungskünste: Gut, der Magier döst noch tief, aber der andere Krieger hat sich aus seiner Paralyse losgerissen und stürmt nun auch auf unser Handgemenge zu.
Reflexartig wirble ich im zwei Wurfsterne in seinen Oberkörper bevor er bei mir angelangt ist, und ziehe dem überraschten Hühnen meine Dolche über die Brust. Diese Verletzungen werden ihn sicher töten, das wissen wir beide, aber in seiner Rage packt mich der Vrykull und stellt sich an meinen nur leicht gepanzerten Körper wie einen dünnen Zweig zu zerbrechen.
In letzter Sekunde stürmt Thrud mir zu Hilfe und mein Widersacher sinkt unter dem Hagel Thrud's beider Streitkolben leblos zusammen.
"Müssen mehr aufpassen, kleine Inachis!" grinst der wuchtige und Menschenkrieger mir zu und rauscht so schnell er gekommen war wieder zurück ins Getümmel, wo meine Freunde auf den verbleibenden Vrykull-Krieger einschlagen und seine letzte Verteidigung durchbrechen.
Ich aber renne in die andere Richtung um meine ganze Aufmerksamkeit dem Magier zu widmen: der Vrykull-Zauberer ist ebenfalls aufgewacht und beharkt nun aus der Ferne die Nachtelfe Sternenlied mit Feuerbällen und unheiligen Flüchen, um sie daran zu hindern ihren Freunden beizistehen.
Bei ihm angekommen lege ich ihm meine Garottenschnur um den Hals um ihn zu erdrosseln, und seine die Priesterin versengenden Sprüche verstummen endlich während er sich mit zitternden Händen von meiner tödlichen Umarmung zu retten versucht. Ein tiefer Dolchstoss in den nur von einem groben Stoffgewand geschützten Rücken und dieser letzte Gegner erschlafft leblos in meinen Händen.
...
"Söö, das wor schön mal nicht schlecht" höre ich Thrud in seinem typischen Sächsisch über meinen Kopfhörer kommentieren - jetzt wieder mit etwas mehr Vokabular und Gramatik als eben noch im Spiel.
Setara entschuldigt sich derweil dafür, die "Aggro" nicht bis zum Schluss bei sich gehalten zu haben, weshalb Sternenlied dann auch ein paar Zaubersprüche auf die Mütze gekriegt hat. Letztere lacht auf während sie von Arantir geknuddelt wird: "Selber schuld wenn ich mich so hervorstelle und mich zu einem lohnenden Ziel mache! Dein Tanken war schon ok!"
"Inchen!" zwitschert Setara - in Wirklichkeit meine Schwester Madeleine - "Du Dödel hast den falschen betäubt!"
"Jaja", lache ich zurück, "ich hab erst nachher gesehen das Du ja den linken für mich markiert hast. Kommt nicht wieder vor, versprochen!"
Scherzend und lachend verteilen wir die virtuelle Beute und den Plunder den wir bei den Computergegnern finden, und ziehen dann weiter durch den Turm der Feste Uldaman, mit dem Ziel den Drachenlord endlich zu stürzen...
Donnerstag, 5. März 2009
Grounded to the Sky...
Langsam,laut ratternd und kreischend bewegt sich der elend lange Tatzelwurm durch die Pariser Vorstädte. Zusammen mit hunderten weiteren Reisenden bin ich eingepfärcht in einen hässlichen, vergammelten Zug, der über rostige Geleise an versprayten Betonwänden vorbei in die grosse Stadt rollt.
Ich blicke in den Abendhimmel, und innert Sekundenbruchteilen ändert mich meine Stimmung von langweilig-traurig in glücklich-beflügelt. Blitzschnell verlässt mein Geist den Zug und reist in Zeit und Raum...
Ich schmecke wieder den Kuss ihrer Maske, rieche ihr Parfum Sauerstoff, geborgen in der Umarmung ihres Schleudersitzes. Lachend gebe ich mir der Leidenschaft ihres pfeilschnellen Fluges hin...
Noch nie so wie hier, noch nie so wie jetzt, war ich so sehr ich selbst. Verschmolzen mit dieser Maschine aus Aluminium und Stahl erkenne ich mich wieder als das Wesen das ich immer zu sein geträumt habe, kein blosser vom Baum gefallener Affe, sondern ein beflügelter Geist, frei wie der Sturmwind.
Mit der Hawker Hunter T.68 J-4205, einem Jagdbomber-Trainer der bis 1994 in den Diensten der Schweizer Luftwaffe stand, fliege ich wieder durch die Alpen, teils gesteuert von Goliath, teils selbst die Hand am Knüppel. Die wildesten Kapriolen machen wir, der erfahrene Militär- und Linienpilot zu meiner Linken, und ich - ein sonst eher schüchterner, vorsichtiger und ängstlicher Junge, der sich verbissen weigert, erwachsen zu werden - zu seiner Rechten.
Hanspeter "Goliath" Reusser - mal nicht am Steuer einer Swiss Airbus 330 sondern im Cockpit des getarnten Kampfjets - steuert den Hunter direkt durch die bloss 180 Meter breite Wendenlücke, legt den Jet auf den Rücken und zieht in in einer engen Walze tief hinein ins Tal. Oben ist plötzlich unten, Wiesen und Felsen erheben sich vor der Flugzeugnase. Es drückt uns in die Sitze während unser Jet aus dem Tal hinaus schiesst. Ohne eine Funken Angst vor den nur wenigen dutzend Metern und ein paar Sekundenbruchteilen entfernten Felsen. Absolutes, unerschütterliches Vertrauen in den erfahrenen Piloten und die robuste Maschine.
Ich glaube rückblickend war etwas ganz anderes die grösste Angst die ich vor diesem Flug hatte, die Angst davor mir selbst zugeben zu müssen dass der Bubentraum den ich mein Leben lang mit mir getragen habe nur eine Illusion war, und dass der Himmel und die Fliegerei halt doch nicht meine Welt sind. Dass mein Körper und mein Geist die Strapazen eines Fluges mit einem richtigen Kampfflugzeug nicht verkraften würden.
Direkt daneben die zweite Angst: Was wenn die Erfüllung meines Lebenstraums wirklich so wundervoll ist wie erträumt? Stehe ich dann vor einem grossen Loch, keine Ziele und keine Träume mehr für die es sich zu kämpfen lohnt? Game over?
Schmunzelnd schaue ich in die golden beleuchteten Wolken über Paris, die wohlige Wärme und Glückseeligkeit durchfliesst mich wie jedes Mal wenn ich an meinen Hunter-Flug zürückdenke. Kein Tag vergeht an dem ich nicht Kraft und Freude aus diesem grössten Abenteuer meines Lebens schöpfe.
Nein.
Keine falschen Illusionen. Keine verlorenen Träume. Was ich erlebt habe war nur der entscheidende Schritt auf eine neue Bewusstseinsebene. Ich weiss jetzt, wer ich bin.
Neu geboren - With a Hunter's Wings I am reborn.
Ich weiss, nur wenige Mitmenschen teilen diese Faszination an der Fliegerei. Die meisten Menschen reden sich ein sie seien ganz zufrieden mit ihren beiden Füssen fest auf dem Boden. Die die sie sich nach dem Himmel sehnen werden oft belächelt, mehr und mehr sogar verschrien und verflucht. Krachmacher. Kriegspieler. Elitäre Hedonisten.
Aber seid Ihr Euch da so sicher? Schaut Ihr nicht auch manchmal auf zu den Wolken und wünscht Euch, Flügel zu haben?
Ist Euch schon einmal aufgefallen in wie vielen Musikstücken Flügel, Fliegen und Freiheit vorkommen, oft zusammen auch mit Liebe und Glück?
Das sind nicht bloss Floskeln, das ist der Traum den wir geschenkt bekommen haben als unser Geist die Fähigkeit erlangte die Welt nicht nur zu erkennen, sondern zu erdenken und zu erfühlen. Ich behaupte der Traum des Fliegens ist so alt wie der Mensch selbst.
Seid Ihr Euch auch bewusst dass Ihr Geschöpfe des Himmels seid? Wir sind nicht vergraben in der Erde, tauchen nicht im Wasser, sondern ragen direkt in den Himmel hinein! Bloss ein Sprung, sei es körperlich oder im Geiste, und wir heben ab in die Freiheit!
Ok, sehr schnell kommen wir auch wieder runter - aber wir haben eben Möglichkeiten erfunden unseren Körper auch da oben zu halten, da, wo unser Geist immer wieder hinzieht!
...
Ich wünschte alle könnten erleben was ich erlebt habe, fühlen was ich fühlte. Die Welt von oben aus neuen Perspektiven sehen...
Und ich danke meinen Eltern, die mir diese Möglichkeit gegeben haben den Traum meines Lebens zu erfüllen...
Und Ihr da draussen: Fliegt doch mal wieder! Schaut Euch die Welt und Ihre Schönheit an!
Wichtig dabei aber: schaut nicht nur - lernt auch zu sehen!

Ich blicke in den Abendhimmel, und innert Sekundenbruchteilen ändert mich meine Stimmung von langweilig-traurig in glücklich-beflügelt. Blitzschnell verlässt mein Geist den Zug und reist in Zeit und Raum...
Ich schmecke wieder den Kuss ihrer Maske, rieche ihr Parfum Sauerstoff, geborgen in der Umarmung ihres Schleudersitzes. Lachend gebe ich mir der Leidenschaft ihres pfeilschnellen Fluges hin...
Noch nie so wie hier, noch nie so wie jetzt, war ich so sehr ich selbst. Verschmolzen mit dieser Maschine aus Aluminium und Stahl erkenne ich mich wieder als das Wesen das ich immer zu sein geträumt habe, kein blosser vom Baum gefallener Affe, sondern ein beflügelter Geist, frei wie der Sturmwind.
Mit der Hawker Hunter T.68 J-4205, einem Jagdbomber-Trainer der bis 1994 in den Diensten der Schweizer Luftwaffe stand, fliege ich wieder durch die Alpen, teils gesteuert von Goliath, teils selbst die Hand am Knüppel. Die wildesten Kapriolen machen wir, der erfahrene Militär- und Linienpilot zu meiner Linken, und ich - ein sonst eher schüchterner, vorsichtiger und ängstlicher Junge, der sich verbissen weigert, erwachsen zu werden - zu seiner Rechten.
Hanspeter "Goliath" Reusser - mal nicht am Steuer einer Swiss Airbus 330 sondern im Cockpit des getarnten Kampfjets - steuert den Hunter direkt durch die bloss 180 Meter breite Wendenlücke, legt den Jet auf den Rücken und zieht in in einer engen Walze tief hinein ins Tal. Oben ist plötzlich unten, Wiesen und Felsen erheben sich vor der Flugzeugnase. Es drückt uns in die Sitze während unser Jet aus dem Tal hinaus schiesst. Ohne eine Funken Angst vor den nur wenigen dutzend Metern und ein paar Sekundenbruchteilen entfernten Felsen. Absolutes, unerschütterliches Vertrauen in den erfahrenen Piloten und die robuste Maschine.
Ich glaube rückblickend war etwas ganz anderes die grösste Angst die ich vor diesem Flug hatte, die Angst davor mir selbst zugeben zu müssen dass der Bubentraum den ich mein Leben lang mit mir getragen habe nur eine Illusion war, und dass der Himmel und die Fliegerei halt doch nicht meine Welt sind. Dass mein Körper und mein Geist die Strapazen eines Fluges mit einem richtigen Kampfflugzeug nicht verkraften würden.
Direkt daneben die zweite Angst: Was wenn die Erfüllung meines Lebenstraums wirklich so wundervoll ist wie erträumt? Stehe ich dann vor einem grossen Loch, keine Ziele und keine Träume mehr für die es sich zu kämpfen lohnt? Game over?
Schmunzelnd schaue ich in die golden beleuchteten Wolken über Paris, die wohlige Wärme und Glückseeligkeit durchfliesst mich wie jedes Mal wenn ich an meinen Hunter-Flug zürückdenke. Kein Tag vergeht an dem ich nicht Kraft und Freude aus diesem grössten Abenteuer meines Lebens schöpfe.
Nein.
Keine falschen Illusionen. Keine verlorenen Träume. Was ich erlebt habe war nur der entscheidende Schritt auf eine neue Bewusstseinsebene. Ich weiss jetzt, wer ich bin.
Neu geboren - With a Hunter's Wings I am reborn.
Ich weiss, nur wenige Mitmenschen teilen diese Faszination an der Fliegerei. Die meisten Menschen reden sich ein sie seien ganz zufrieden mit ihren beiden Füssen fest auf dem Boden. Die die sie sich nach dem Himmel sehnen werden oft belächelt, mehr und mehr sogar verschrien und verflucht. Krachmacher. Kriegspieler. Elitäre Hedonisten.
Aber seid Ihr Euch da so sicher? Schaut Ihr nicht auch manchmal auf zu den Wolken und wünscht Euch, Flügel zu haben?
Ist Euch schon einmal aufgefallen in wie vielen Musikstücken Flügel, Fliegen und Freiheit vorkommen, oft zusammen auch mit Liebe und Glück?
Das sind nicht bloss Floskeln, das ist der Traum den wir geschenkt bekommen haben als unser Geist die Fähigkeit erlangte die Welt nicht nur zu erkennen, sondern zu erdenken und zu erfühlen. Ich behaupte der Traum des Fliegens ist so alt wie der Mensch selbst.
Seid Ihr Euch auch bewusst dass Ihr Geschöpfe des Himmels seid? Wir sind nicht vergraben in der Erde, tauchen nicht im Wasser, sondern ragen direkt in den Himmel hinein! Bloss ein Sprung, sei es körperlich oder im Geiste, und wir heben ab in die Freiheit!
Ok, sehr schnell kommen wir auch wieder runter - aber wir haben eben Möglichkeiten erfunden unseren Körper auch da oben zu halten, da, wo unser Geist immer wieder hinzieht!
...
Ich wünschte alle könnten erleben was ich erlebt habe, fühlen was ich fühlte. Die Welt von oben aus neuen Perspektiven sehen...
Und ich danke meinen Eltern, die mir diese Möglichkeit gegeben haben den Traum meines Lebens zu erfüllen...
Und Ihr da draussen: Fliegt doch mal wieder! Schaut Euch die Welt und Ihre Schönheit an!
Wichtig dabei aber: schaut nicht nur - lernt auch zu sehen!

Donnerstag, 26. Februar 2009
Oh happy day...
Lange. Sehr lange habe ich Euch nun geschont, jetzt aber ist fertig luschtig und ich schreib Euch mal wieder was.
Der Inhalt des heutigen Geschreibsels ist hoffentlich für Euch auch etwas zum Schmunzeln...
Mein "Happy Day" hat heute morgen - mal abgesehen vom normalen Wecker-Terror und Aufsteh-Stress - schon in der Metrostation sein Potential angedeutet, sich zu etwas grossartigem entwickeln zu können.
Ich stehe da in der Schlange vor den beiden Billetautomaten um mir wieder mal einen Bund Fahrkarten für die tägliche Geisterbahn zu kaufen, gelange nach etwas Warten schliesslich zum ersten Automaten und beginne meinen Roll- und Klick-Parcours durchs umständliche Benutzermenü der Pariser ÖV.
Der letzte Abschnitt - das Bezahlen per eingeschobener Kreditkarte - misslingt allerdings beim ersten Versuch. Dies ist eigentlich nichts aussergewöhnliches bei französischen Automaten, doch da man das ganze Gerolle durch die Menü's wieder ganz von Vorne beginnen muss nervt es halt doch schon.
Im Halbschlaf mache ich also den Drill zum zweiten Mal, versuche es mit meiner zweiten Kreditkarte, und auch die wird verweigert. Fies.
Also schon etwas genervter zum dritten Mal durch die Menü's gerollt:
Roll-roll. "Ticket kaufen" auswählen. Roll-roll. "Ile-de-France" auswählen. Roll-roll. "Ticket kaufen" auswählen. Roll-roll. "Zielortauswahl" auswählen. Roll-roll. Durchs Alphabet zum "R". Roll-roll. "Rougemont Chanteloup". Roll-roll. "Einzelbillet oder mehrere Billete?" Roll-roll. "Ein oder zwei 10er-Bündel?" Roll-roll. Klick. "Bitte Kreditkarte einführen." Geschafft!
Nun stehe ich da, suche in meinem Portemonnaie nach der dritten und letzten Karte, die sich freundlicherweise verklemmt, und während ich sie herauszwänge entscheidet der Automat er habe mir jetzt lange genug zugesehen und stellt sich wieder auf den Nullpunkt zurück.
Wie im Leiterlispiel.
Das habe ich als Kind schon gehasst.
Ich muss aber zur Arbeit, daher das ganze Spiel nochmals, die ganze Leiter hoch, um dann beim nunmehr vierten Zahlungsversuch wieder mit einen nicht erkannten Karte zum Start zu purzeln.
Toll.
Ich setze genervt ein paar Schritte zurück um zu schauen wieviel Kleingeld noch da ist, und aus dem Augenwinkel sehe ich wie eine Metro-Mitarbeiterin gelassen ein Schild an meinen Automaten heftet: "Hors service" - ausser Betrieb...
Oh, meine Karten gehen also, aber der Automat ist futsch? Toll, dann habe ich ja noch eine Chance! Flugs also beim zweiten Automat angestanden, und dasselbe wiederholt.
Und ich meine genau wiederholt, bis zur letzten Karte. Auch diese geht nicht, ich rolle mich ein letztes Mal durch den Automaten und zahle schliesslich mit etwas echtem Geld, und freue mich bereits aufs Telefon zu Cornecard um zu fragen ob es ein Problem mit meinen Karten gibt.
Die Reise ins Labor verläuft dann relativ reibungslos, doch als ich ankomme empfängt mich mein Kollege Pierre mit einer freudigen Botschaft: "Marcüss!!! Der Kryostat des Roboters piept!"
Ah grossartig! Währen meiner Applikation die ich über Nacht laufen gelassen habe hat sich das Ölkühlgerät verabschiedet! Hm, vielleicht etwas mit dem Durchfluss in den ausgewechselten Leitungen nicht in Ordnung?
Ich eile zur Roboterplatform und konsultiere den Statusdisplay des Kryostaten.
O-oh, I have a baaad feeling about this...
"Cryostat stopped: Low pressure!" - das kann eigentlich nur eines bedeuten: der Kryo ist ausgelaufen!
In der Tat erblicke ich in der Wanne des Roboters eine Lache mit genügend Silikon-Öl um mich ein halbes Leben lang einreiben zu lassen. *Täum-seuftz*
Wo war ich? Ach ja, Kryostat!
Scheinbar hat sich tief in der Nacht ein Schlauch zu einem der Reaktormodule gelöst (nein, nicht der den ich ausgewechselt habe), und der Kryo pumpte wackere 1.5 Minuten lang Öl in die Wanne bevor er merkte dass nicht mehr soviel Druck da ist und er sich mal stoppte.
Somit ging die Fehlersuche, das Telefonieren und das Planen der Reparatur los. Keine allzu tragische Sache - wir sollten die Teile eh durch neue ersetzten, also grad eine gute Gelegenheit alles aufs Mal zu machen wenn die Ersatzteile nächsten Woche in Paris eintreffen.
Bis dahin muss aber das Gerät sauber sein, und ich zwänge also meine Arme durch vielleicht für Kinderhände geeignete Lücken, um die etwa zwei Liter Öl mit papier und Schwämmen rauszuholen. Gibt nette blaue Flecken!
Die Stimmung bei den Leuten hier ist aber gut, das Team akzeptiert das kleine Malheur mit einem typisch französischen "Boff, das kommt halt schon mal vor, quoi."
Oh, ein Lichtblick beim Mittagessen! Ich musste meine Badge für die Kantine frisch laden, und siehe da, schon die erste Karte funktionierte auf Anhieb! Also doch nicht kaputt, das Plastikgeld.
Ich scherzte beim Essen dann noch (zugegeben etwas provokativ) herum, dass ich beim nächsten Problem heute endgültig den Pickel hinschmeisse und nach Hause gehe.
Fünf Minuten später kippt mein Nachbar versehentlich meinen Kaffebecher um und nur dank meiner angespannten Nerven hatte ich genügend Reaktion um mich mit einem beherzten Sprung aus dem Spritzbereich zu retten. Nachdem die Sauerei aufgeputzt war kriegte ich dann doch noch etwas Koffeinsuppe, und schaute optimistisch dem Nachmittag entgegen.
Nein, nach Hause bin ich natürlich erst nach offiziellem Feierabend, und ich wähnte mich schon fast sicher, nachdem der Billetautomat am Bahnhof nun eine weitere Karte (habe extra eine andere probiert) akzeptiert hat.
Erst beim Versuch in die Metro umzusteigen wurde ich wieder von meinem Happy Day eingeholt - aber ich fürchte mein Abenteuer war ja ein Klacks gegen das von jemand anderem: das Nebengeleise war durch Sturmgewehr-bewehrte Soldaten und Gendarmerie gesperrt, während die Feuerwehr und die Ambulanz versuchte einen zwischen die Metro-Wagons gestürzten Fahrgast zu retten. Auch auf unserem Gleis war vorläufig deshalb kein Zug zu erwarten.
Mit einem mulmigen Gefühl wühlte ich mich aus der Menschenmenge, ging dann halt die letzten zwei Kilometer zu Fuss, und kam dann schliesslich sicher zu Hause an.
Ich machte mich hinter den Kühlschrank, um meinen gestern erworbenen Fertigsalat zu geniessen.
Bwäh! Furchtbar, das Zeugs! Schlicht nicht essbar!
Ich legte die üble Pampe beiseite und frage mich nun, ob ich mir mit den letzten Relikten im Kühlschrank eine Tost zusammenschustern soll.
Soll ich es wagen? Wir der Toaster explodieren? What will be?!?
Oh, happy Day...
Epiolog: Keine Angst, auch das habe ich glücklich überstanden und werde nun zum Abreagieren ein paar Vrykull plätten! Ich hoffe aber dem armen Kerl in der Metro gehts gut... Die besten Wünsche deshalb an ihn!
Der Inhalt des heutigen Geschreibsels ist hoffentlich für Euch auch etwas zum Schmunzeln...
Mein "Happy Day" hat heute morgen - mal abgesehen vom normalen Wecker-Terror und Aufsteh-Stress - schon in der Metrostation sein Potential angedeutet, sich zu etwas grossartigem entwickeln zu können.
Ich stehe da in der Schlange vor den beiden Billetautomaten um mir wieder mal einen Bund Fahrkarten für die tägliche Geisterbahn zu kaufen, gelange nach etwas Warten schliesslich zum ersten Automaten und beginne meinen Roll- und Klick-Parcours durchs umständliche Benutzermenü der Pariser ÖV.
Der letzte Abschnitt - das Bezahlen per eingeschobener Kreditkarte - misslingt allerdings beim ersten Versuch. Dies ist eigentlich nichts aussergewöhnliches bei französischen Automaten, doch da man das ganze Gerolle durch die Menü's wieder ganz von Vorne beginnen muss nervt es halt doch schon.
Im Halbschlaf mache ich also den Drill zum zweiten Mal, versuche es mit meiner zweiten Kreditkarte, und auch die wird verweigert. Fies.
Also schon etwas genervter zum dritten Mal durch die Menü's gerollt:
Roll-roll. "Ticket kaufen" auswählen. Roll-roll. "Ile-de-France" auswählen. Roll-roll. "Ticket kaufen" auswählen. Roll-roll. "Zielortauswahl" auswählen. Roll-roll. Durchs Alphabet zum "R". Roll-roll. "Rougemont Chanteloup". Roll-roll. "Einzelbillet oder mehrere Billete?" Roll-roll. "Ein oder zwei 10er-Bündel?" Roll-roll. Klick. "Bitte Kreditkarte einführen." Geschafft!
Nun stehe ich da, suche in meinem Portemonnaie nach der dritten und letzten Karte, die sich freundlicherweise verklemmt, und während ich sie herauszwänge entscheidet der Automat er habe mir jetzt lange genug zugesehen und stellt sich wieder auf den Nullpunkt zurück.
Wie im Leiterlispiel.
Das habe ich als Kind schon gehasst.
Ich muss aber zur Arbeit, daher das ganze Spiel nochmals, die ganze Leiter hoch, um dann beim nunmehr vierten Zahlungsversuch wieder mit einen nicht erkannten Karte zum Start zu purzeln.
Toll.
Ich setze genervt ein paar Schritte zurück um zu schauen wieviel Kleingeld noch da ist, und aus dem Augenwinkel sehe ich wie eine Metro-Mitarbeiterin gelassen ein Schild an meinen Automaten heftet: "Hors service" - ausser Betrieb...
Oh, meine Karten gehen also, aber der Automat ist futsch? Toll, dann habe ich ja noch eine Chance! Flugs also beim zweiten Automat angestanden, und dasselbe wiederholt.
Und ich meine genau wiederholt, bis zur letzten Karte. Auch diese geht nicht, ich rolle mich ein letztes Mal durch den Automaten und zahle schliesslich mit etwas echtem Geld, und freue mich bereits aufs Telefon zu Cornecard um zu fragen ob es ein Problem mit meinen Karten gibt.
Die Reise ins Labor verläuft dann relativ reibungslos, doch als ich ankomme empfängt mich mein Kollege Pierre mit einer freudigen Botschaft: "Marcüss!!! Der Kryostat des Roboters piept!"
Ah grossartig! Währen meiner Applikation die ich über Nacht laufen gelassen habe hat sich das Ölkühlgerät verabschiedet! Hm, vielleicht etwas mit dem Durchfluss in den ausgewechselten Leitungen nicht in Ordnung?
Ich eile zur Roboterplatform und konsultiere den Statusdisplay des Kryostaten.
O-oh, I have a baaad feeling about this...
"Cryostat stopped: Low pressure!" - das kann eigentlich nur eines bedeuten: der Kryo ist ausgelaufen!
In der Tat erblicke ich in der Wanne des Roboters eine Lache mit genügend Silikon-Öl um mich ein halbes Leben lang einreiben zu lassen. *Täum-seuftz*
Wo war ich? Ach ja, Kryostat!
Scheinbar hat sich tief in der Nacht ein Schlauch zu einem der Reaktormodule gelöst (nein, nicht der den ich ausgewechselt habe), und der Kryo pumpte wackere 1.5 Minuten lang Öl in die Wanne bevor er merkte dass nicht mehr soviel Druck da ist und er sich mal stoppte.
Somit ging die Fehlersuche, das Telefonieren und das Planen der Reparatur los. Keine allzu tragische Sache - wir sollten die Teile eh durch neue ersetzten, also grad eine gute Gelegenheit alles aufs Mal zu machen wenn die Ersatzteile nächsten Woche in Paris eintreffen.
Bis dahin muss aber das Gerät sauber sein, und ich zwänge also meine Arme durch vielleicht für Kinderhände geeignete Lücken, um die etwa zwei Liter Öl mit papier und Schwämmen rauszuholen. Gibt nette blaue Flecken!
Die Stimmung bei den Leuten hier ist aber gut, das Team akzeptiert das kleine Malheur mit einem typisch französischen "Boff, das kommt halt schon mal vor, quoi."
Oh, ein Lichtblick beim Mittagessen! Ich musste meine Badge für die Kantine frisch laden, und siehe da, schon die erste Karte funktionierte auf Anhieb! Also doch nicht kaputt, das Plastikgeld.
Ich scherzte beim Essen dann noch (zugegeben etwas provokativ) herum, dass ich beim nächsten Problem heute endgültig den Pickel hinschmeisse und nach Hause gehe.
Fünf Minuten später kippt mein Nachbar versehentlich meinen Kaffebecher um und nur dank meiner angespannten Nerven hatte ich genügend Reaktion um mich mit einem beherzten Sprung aus dem Spritzbereich zu retten. Nachdem die Sauerei aufgeputzt war kriegte ich dann doch noch etwas Koffeinsuppe, und schaute optimistisch dem Nachmittag entgegen.
Nein, nach Hause bin ich natürlich erst nach offiziellem Feierabend, und ich wähnte mich schon fast sicher, nachdem der Billetautomat am Bahnhof nun eine weitere Karte (habe extra eine andere probiert) akzeptiert hat.
Erst beim Versuch in die Metro umzusteigen wurde ich wieder von meinem Happy Day eingeholt - aber ich fürchte mein Abenteuer war ja ein Klacks gegen das von jemand anderem: das Nebengeleise war durch Sturmgewehr-bewehrte Soldaten und Gendarmerie gesperrt, während die Feuerwehr und die Ambulanz versuchte einen zwischen die Metro-Wagons gestürzten Fahrgast zu retten. Auch auf unserem Gleis war vorläufig deshalb kein Zug zu erwarten.
Mit einem mulmigen Gefühl wühlte ich mich aus der Menschenmenge, ging dann halt die letzten zwei Kilometer zu Fuss, und kam dann schliesslich sicher zu Hause an.
Ich machte mich hinter den Kühlschrank, um meinen gestern erworbenen Fertigsalat zu geniessen.
Bwäh! Furchtbar, das Zeugs! Schlicht nicht essbar!
Ich legte die üble Pampe beiseite und frage mich nun, ob ich mir mit den letzten Relikten im Kühlschrank eine Tost zusammenschustern soll.
Soll ich es wagen? Wir der Toaster explodieren? What will be?!?
Oh, happy Day...
Epiolog: Keine Angst, auch das habe ich glücklich überstanden und werde nun zum Abreagieren ein paar Vrykull plätten! Ich hoffe aber dem armen Kerl in der Metro gehts gut... Die besten Wünsche deshalb an ihn!
Montag, 12. Januar 2009
Sunny Afternoon...
Die ganze Woche schon saugen die klaren Nächte die spärliche Wärme hinaus ins All. Todbringend entziehen die eisigen Winde Vampiren gleich das Leben aus der Stadt. Was zurückbleibt ist klirrende Kälte und ein feines Schäumchen karstigen Schnee selbst hier im selten weiss angepuderten Paris. Dies mag sehr traurig tönen, und bitter ist es sehr wohl wenn man frühmorgends den Hügel hinab schlittern muss, aber weit gefehlt wer denkt dass man dem Winterwetter keinen Glanz abzubringen vermag: Das Wetter am Tag ist sonnig und verspricht schon mal ganz zaghaft dass irgendwann mal wieder der Frühling und das leben ins Land zieht - auch wenn es noch ein Weilchen dauert...
Auch ich habe mich an diesem Samstag Nachmittag unter die Tausenden Sonnensucher gemischt die durch die eisigen Strassentäler von Paris ziehen und freudig die Sonne anstrahlen und mich auf den Weg zu einer 11km Spaziergang durch Paris gemacht. Die erste Person die mich angelächelt hat - und zwar auf die ganz spezielle Art wie sie für diese Spezies so üblich ist mit einem Blinzeln - war aber kein Mensch sondern ein hübsches pelziges Rabtier, das sich gemütlich in einem warmen Schaufenster an die Sonne gestellt hat - ein wahres Kunstwerk unter dem von den Touristen so heissbegehrten Kitsch, findet Ihr nicht?
Mein erstes Ziel war aber der Arc de Triomphe, und von diesem berühmtem Bauwerk aus wollte ich die nicht weniger bekannte Champs Elysées hinunter Richtung Louvre ziehen, mir dabei die Füsse vertreten, (relativ...) frische Luft schnuppern und mich etwas in den vielen Läden umschauen. Ich habe dabei auch einen leider geschlossenen Laden mit schönen Japanischen Schwertern gesehen, den ich unbedingt mal offen erwischen muss...Irgendwie komisch: auf allen Bildern - auch diesem da rechts ja auch - wirkt der Triumphbogen immer wesentlich grösser als er wirklich ist wenn man direkt davor steht! Ich denke die Perspektive der endlos scheinenden Allée hat da ihre Finger im Spiel.
Weiter ging es an der futuristischen Fassade der Citoën-Schaubude und den irgendwie befremdlich weihnachtlich geschmückten Brunnen des Roosevelt-Kreisels entlang zum Place Clemenceau, wo mir die warme Sonne und die kalten Skulpturen ein paar nette Sujets boten.






Über die Pont Alexandre III hab ich dann kurz aufs andere Ufer gewechselt, nur um eine Abzweigung weiter denn auch gleich wieder die Brücke Richtung Place de la Concorde zu zielen, wo ich dann aber keinen Überschall-Airliner sondern den sogar noch spitzigeren Obelisk von Luxor vorfand. Am grossen weissen Riesenrad vorbei (das hab ich mir aber für den Besuch meiner Mutter und meiner Schwestern aufgespart...) ging ich die wenigen Schritte direkt in die...
Stille.
Fast schon spürbar ist sie, die Stille des Jardin des Tuileries, jener bereits 1564 gebauten Parkanlage im Herzen von Paris, direkt neben dem Louvre. Vielleicht war es bloss der den Strassenlärm schluckende Schnee, vielleicht auch die für diesen Sonnentag erstaunlich wenig Leute die diese Stille ausmachten. Aber auf jeden Fall war es ein friedlicher Ort der Ruhe inmitten der immer hektischen Stadt...


Schliesslich wendete ich auch dieser Oase der Ruhe meinen Rücken zu und wanderte auf verschlungenen Pfaden wieder mehr Richtung Norden, dem Montmartre entgegen. Extra langsem schlenderte ich ich der Basilika entgegen, den perfekten Augenblick abwartend um auch dieses Monument wieder in seinem besten Licht zu erwischen und Euch einen goldigen Sonnenuntergang nach Hause senden zu können...



Dienstag, 6. Januar 2009
Winter haucht fest...
So, Ihr wart ja auch schön brav, und habt nicht viel genörgelt ob meinen sehr textlastigen Berichten (also ein paar Komentare mehr würden schon noch gut reingehen - ich merke ja sonst gar nicht ob das jemand liest!), daher dachte ich mir ich gönn Euch mal wieder zwei drei Bilder! Heute war es mal so richtig kalt in Paris, so ohrenknackend kalt dass selbst mein neuer Mantel mir kaum mehr ausreichend Schutz bot! Dafür kompensierte das Wetter die lebensfeindlichen Temperaturen mit ein paar atmosphärischen Schnappschüssen...
...das mit einem kleinen Softwaretrick gleich viel
malerischer wirkt!
Nach Hause gings dieses mal wieder solo, denn
die Lady kam mir zu spät...
Protzig und kühl im Abendlicht...
Eine Millionenstadt mümmelt sich ein und legt
sich schlafen...
...oder seht Ihr noch Licht?
...das mit einem kleinen Softwaretrick gleich vielmalerischer wirkt!
Nach Hause gings dieses mal wieder solo, denn die Lady kam mir zu spät...
Protzig und kühl im Abendlicht...
Eine Millionenstadt mümmelt sich ein und legt sich schlafen...
...oder seht Ihr noch Licht? Sonntag, 4. Januar 2009
Augenblicke
Sonntag Mittag, mein erster Tag in Paris im neuen Jahr. Ich sitze in der Brasserie in der ich letztes Jahr schon ein vorzügliches Stück Rindfleisch gegessen habe und warte mit freudiger Erwartung wieder auf ein solchiges. Gedanklich bin ich aber ganz woanders, versunken in meiner Lektüre. Schon mindestens zweitausend Seiten lang habe ich nun die Geschehnisse um die Albenmark und das Fjordland verfolgt um an diesem Punkt angelangt zu sein.
Die Königin von Firnstayn ist in die Falle getappt, die ihre ehemaligen Entführer und scheinbaren Freunde ihr gestellt haben. Bloss eine kleine Schlacht im mittlerweile schon Jahrhunderte umspannenden Epos, aber eine Niederlage würde den endgültigen Untergang der Albenmark bedeuten. Wenn die Königin stirbt, ist das magieerfüllte Reich der Alben entgültig dem Untergang geweiht.
Nur eine dünne Wand trennt die Königin von Ihrem Leben. Aber es ist eine undurchdringliche Wand aus stahlgepanzerten, erbarmungslosen Gotteskriegern...
Ich blicke kurz auf als sich mir gegenüber, halb verdeckt von der Säule des Restauranteingangs jemand setzt. Für einen Sekundenbruchteil kreuzen sich unsere Blicke und bleiben kurz aneinander hängen. Der kurze Augenblitz erdet sich tief in meiner einsamen Seele...
Natürlich halte ich dem Blick nicht stand, sondern schicke meine Augen - gleich wie sie auch - sofort wieder auf die Reise, einen belanglosen langsamen Sonntag Nachmittag vortäuschend an dem einen überhaupt grad gar nichts interessiert.
Aber diese Augen...
Die Not der Königin wird grösser und grösser, ihre Lage aussichtslos. Von ihrem eigenen Hochmut verraten und von ihren elfischen Waffenbrüdern im Stich gelassen bereitet sie sich auf ihren Untergang vor....
Das Erscheinen meines Pavé's und der zarte Duft der Roquefort-Sauce retten mich davor, die Qualen der jungen Königin länger mitansehen zu müssen. Ich lege mein Buch beiseite und knöpfe mir die 300g Rindfleisch vor, die vor mir auf dem Teller liegen.
Ein kurzer Augenblick zeigt mir dass auch sie tief in ein Buch vertieft und somit in einer ganz anderen Welt ist, abgekoppelt vom hier und jetzt. Doch auch jetzt wieder blitzten ihre Augen zu mir hinüber als sie sich auch etwas zu Essen bestellt.
Ich reisse mich wieder los und meine Augen schweifen über Paris, überall etwas interessantes zu entdecken scheinend. Doch in Wirklichkeit sehe ich nichts, denn meine Gedanken hängen immer noch an der soeben so schnell erhaschten Schönheit die sich vor mir hinter der Säule versteckt.
Diese dunklen, die Welt trinkenden Augen...
Ich wende mich wieder meinem Steak zu. Lecker, zweifelsohne, aber ich mag es im Moment gar nicht so recht geniessen. Ich fühle mich ausgestellt, da ich fürchte dass meine kurzen Blicke sie gestört haben könnte und sie mich nun beobachtet, um zu sehen ob ich sie denn beobachte.
Natürlich mache ich das nicht, aber ich sehe doch immer wieder wenn ich an ihr vorbei oder ganz kurz in ihr Gesicht schaue dass auch sie mich ab und zu wieder betrachtet.
Eines würde ich ja gerne mal wissen, liebe Damen: schaut Ihr auch zurück wenn der Blick eines Herrn Euch nervt und unangenehm ist, oder bloss wenn Ihr selber auch neugierig seid?!?
Diese quälende Frage - wohl eingenommen mit etwas feinem Rindfleisch und verdünnt mit würzigem, belgischem Abteibier - verbittert mir meinen geplanten Wohlfühlmittag hier in der Stadt der Liebe. Ich esse weiter, während sie in ihrem Buch liest und Passagen daraus oder ihre Gedanken dazu in einem kleinen Notizbuch niederschreibt. Ob sie auch andere Gedanken dazu schreibt?
"Paris, Brasserie "Au Rendez-Vous des Artistes", Sonntag 4.1.2009: Ich sitze hier und warte auf meine Crèpes, und mir gegenüber, halb verdeckt von einer Säule sitz ein Herr..."
Auch ihre Flucht in eine Traumwelt wird jäh gestoppt durch das Erscheinen ihrer Mahlzeit, und so essen wir. Irgendwie gemeinsam und doch unendlich getrennt, fast wie ein altes Paar, das alles beredet hat und sich nichts mehr zu sagen hat. Bloss dass es genau umgekehrt wäre und es so vieles gäbe was ich gerne fragen und erzählen würde.
Was schreibt sie? Was bewegt sie? Wieso ist sie hier und wieso nicht irgendwo anders? Wer ist sie und wer bin überhaupt ich?!?
Still essen wir unsere Teller leer, verstecken uns dann wieder zwischen den Zeilen unserer Bücher und finden nur hin und wieder in unseren Augen zueinander. Dünne, zerbrechliche und nur Sekundenbruchteile existierende Brücken die zwei Menschen miteinander verbinden könnten, wenn sie es denn nur erlauben würden diese Brücken solider und andauernder zu bauen.
Ich lese während dem Kaffee noch ein paar Zeilen in meinem Buch. Die Königin hat es mal wieder geschafft: ihre abtrünnigen Elfen haben sich dazu hochraffen können doch noch ins Schicksal der belächelten Menschen einzugreifen und das Blatt zu wenden. Euphorisch hätte ich sein sollen dass das Unheil mal wieder abgewendet wurde, doch meine eigene bevorstehende Niederlage lässt mir diesem Triumph nichts fröhliches abgewinnen.
Wir haben nun beide gegessen und getrunken, gelesen und gegrübelt. Nun wäre der perfekte Augenblick für einen weiteren Schritt in eine neue, grosse Welt. Ein Blick, nur schon eine Sekunde, würde genügen. Ein Lächeln vielleicht, das erwidert werden könnte oder nicht, und somit sprichwörtlich mehr sagen würde als die 828 hier bisher geschriebenen Worte. Von da an wäre es einfach. Die einmal losgetretene Lawine kann man nicht aufhalten, auch wenn man sie nicht wirklich dorthin leiten kann wohin man gerne möchte -aber das ist eine andere Geschichte.
Ich leere meinen Espresso, bezahle, verstaue mein Buch, lege mir meinen Schal und meinen Mantel an und stehe auf. Ich gehe eigentlich in ihre Richtung, doch bei der Tür ziehe meine Handschuhe an und trete in den eisigen Nachmittag hinaus ohne sie noch einmal angeschaut gewagt zu haben.
Nur eine dünne Wand trennt mich von meinem Leben. Aber es ist eine Wand aus stahlharten, undurchdringlichen Ängsten und Zweifeln...
Hinter mir schliesst sich die Tür in eine warme, helle Zukunft, und ich wandere einsam durch den kalten Januar nach Hause.
Die Königin von Firnstayn ist in die Falle getappt, die ihre ehemaligen Entführer und scheinbaren Freunde ihr gestellt haben. Bloss eine kleine Schlacht im mittlerweile schon Jahrhunderte umspannenden Epos, aber eine Niederlage würde den endgültigen Untergang der Albenmark bedeuten. Wenn die Königin stirbt, ist das magieerfüllte Reich der Alben entgültig dem Untergang geweiht.
Nur eine dünne Wand trennt die Königin von Ihrem Leben. Aber es ist eine undurchdringliche Wand aus stahlgepanzerten, erbarmungslosen Gotteskriegern...
Ich blicke kurz auf als sich mir gegenüber, halb verdeckt von der Säule des Restauranteingangs jemand setzt. Für einen Sekundenbruchteil kreuzen sich unsere Blicke und bleiben kurz aneinander hängen. Der kurze Augenblitz erdet sich tief in meiner einsamen Seele...
Natürlich halte ich dem Blick nicht stand, sondern schicke meine Augen - gleich wie sie auch - sofort wieder auf die Reise, einen belanglosen langsamen Sonntag Nachmittag vortäuschend an dem einen überhaupt grad gar nichts interessiert.
Aber diese Augen...
Die Not der Königin wird grösser und grösser, ihre Lage aussichtslos. Von ihrem eigenen Hochmut verraten und von ihren elfischen Waffenbrüdern im Stich gelassen bereitet sie sich auf ihren Untergang vor....
Das Erscheinen meines Pavé's und der zarte Duft der Roquefort-Sauce retten mich davor, die Qualen der jungen Königin länger mitansehen zu müssen. Ich lege mein Buch beiseite und knöpfe mir die 300g Rindfleisch vor, die vor mir auf dem Teller liegen.
Ein kurzer Augenblick zeigt mir dass auch sie tief in ein Buch vertieft und somit in einer ganz anderen Welt ist, abgekoppelt vom hier und jetzt. Doch auch jetzt wieder blitzten ihre Augen zu mir hinüber als sie sich auch etwas zu Essen bestellt.
Ich reisse mich wieder los und meine Augen schweifen über Paris, überall etwas interessantes zu entdecken scheinend. Doch in Wirklichkeit sehe ich nichts, denn meine Gedanken hängen immer noch an der soeben so schnell erhaschten Schönheit die sich vor mir hinter der Säule versteckt.
Diese dunklen, die Welt trinkenden Augen...
Ich wende mich wieder meinem Steak zu. Lecker, zweifelsohne, aber ich mag es im Moment gar nicht so recht geniessen. Ich fühle mich ausgestellt, da ich fürchte dass meine kurzen Blicke sie gestört haben könnte und sie mich nun beobachtet, um zu sehen ob ich sie denn beobachte.
Natürlich mache ich das nicht, aber ich sehe doch immer wieder wenn ich an ihr vorbei oder ganz kurz in ihr Gesicht schaue dass auch sie mich ab und zu wieder betrachtet.
Eines würde ich ja gerne mal wissen, liebe Damen: schaut Ihr auch zurück wenn der Blick eines Herrn Euch nervt und unangenehm ist, oder bloss wenn Ihr selber auch neugierig seid?!?
Diese quälende Frage - wohl eingenommen mit etwas feinem Rindfleisch und verdünnt mit würzigem, belgischem Abteibier - verbittert mir meinen geplanten Wohlfühlmittag hier in der Stadt der Liebe. Ich esse weiter, während sie in ihrem Buch liest und Passagen daraus oder ihre Gedanken dazu in einem kleinen Notizbuch niederschreibt. Ob sie auch andere Gedanken dazu schreibt?
"Paris, Brasserie "Au Rendez-Vous des Artistes", Sonntag 4.1.2009: Ich sitze hier und warte auf meine Crèpes, und mir gegenüber, halb verdeckt von einer Säule sitz ein Herr..."
Auch ihre Flucht in eine Traumwelt wird jäh gestoppt durch das Erscheinen ihrer Mahlzeit, und so essen wir. Irgendwie gemeinsam und doch unendlich getrennt, fast wie ein altes Paar, das alles beredet hat und sich nichts mehr zu sagen hat. Bloss dass es genau umgekehrt wäre und es so vieles gäbe was ich gerne fragen und erzählen würde.
Was schreibt sie? Was bewegt sie? Wieso ist sie hier und wieso nicht irgendwo anders? Wer ist sie und wer bin überhaupt ich?!?
Still essen wir unsere Teller leer, verstecken uns dann wieder zwischen den Zeilen unserer Bücher und finden nur hin und wieder in unseren Augen zueinander. Dünne, zerbrechliche und nur Sekundenbruchteile existierende Brücken die zwei Menschen miteinander verbinden könnten, wenn sie es denn nur erlauben würden diese Brücken solider und andauernder zu bauen.
Ich lese während dem Kaffee noch ein paar Zeilen in meinem Buch. Die Königin hat es mal wieder geschafft: ihre abtrünnigen Elfen haben sich dazu hochraffen können doch noch ins Schicksal der belächelten Menschen einzugreifen und das Blatt zu wenden. Euphorisch hätte ich sein sollen dass das Unheil mal wieder abgewendet wurde, doch meine eigene bevorstehende Niederlage lässt mir diesem Triumph nichts fröhliches abgewinnen.
Wir haben nun beide gegessen und getrunken, gelesen und gegrübelt. Nun wäre der perfekte Augenblick für einen weiteren Schritt in eine neue, grosse Welt. Ein Blick, nur schon eine Sekunde, würde genügen. Ein Lächeln vielleicht, das erwidert werden könnte oder nicht, und somit sprichwörtlich mehr sagen würde als die 828 hier bisher geschriebenen Worte. Von da an wäre es einfach. Die einmal losgetretene Lawine kann man nicht aufhalten, auch wenn man sie nicht wirklich dorthin leiten kann wohin man gerne möchte -aber das ist eine andere Geschichte.
Ich leere meinen Espresso, bezahle, verstaue mein Buch, lege mir meinen Schal und meinen Mantel an und stehe auf. Ich gehe eigentlich in ihre Richtung, doch bei der Tür ziehe meine Handschuhe an und trete in den eisigen Nachmittag hinaus ohne sie noch einmal angeschaut gewagt zu haben.
Nur eine dünne Wand trennt mich von meinem Leben. Aber es ist eine Wand aus stahlharten, undurchdringlichen Ängsten und Zweifeln...
Hinter mir schliesst sich die Tür in eine warme, helle Zukunft, und ich wandere einsam durch den kalten Januar nach Hause.
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