Die ganze Woche schon saugen die klaren Nächte die spärliche Wärme hinaus ins All. Todbringend entziehen die eisigen Winde Vampiren gleich das Leben aus der Stadt. Was zurückbleibt ist klirrende Kälte und ein feines Schäumchen karstigen Schnee selbst hier im selten weiss angepuderten Paris. Dies mag sehr traurig tönen, und bitter ist es sehr wohl wenn man frühmorgends den Hügel hinab schlittern muss, aber weit gefehlt wer denkt dass man dem Winterwetter keinen Glanz abzubringen vermag: Das Wetter am Tag ist sonnig und verspricht schon mal ganz zaghaft dass irgendwann mal wieder der Frühling und das leben ins Land zieht - auch wenn es noch ein Weilchen dauert...
Auch ich habe mich an diesem Samstag Nachmittag unter die Tausenden Sonnensucher gemischt die durch die eisigen Strassentäler von Paris ziehen und freudig die Sonne anstrahlen und mich auf den Weg zu einer 11km Spaziergang durch Paris gemacht. Die erste Person die mich angelächelt hat - und zwar auf die ganz spezielle Art wie sie für diese Spezies so üblich ist mit einem Blinzeln - war aber kein Mensch sondern ein hübsches pelziges Rabtier, das sich gemütlich in einem warmen Schaufenster an die Sonne gestellt hat - ein wahres Kunstwerk unter dem von den Touristen so heissbegehrten Kitsch, findet Ihr nicht?
Mein erstes Ziel war aber der Arc de Triomphe, und von diesem berühmtem Bauwerk aus wollte ich die nicht weniger bekannte Champs Elysées hinunter Richtung Louvre ziehen, mir dabei die Füsse vertreten, (relativ...) frische Luft schnuppern und mich etwas in den vielen Läden umschauen. Ich habe dabei auch einen leider geschlossenen Laden mit schönen Japanischen Schwertern gesehen, den ich unbedingt mal offen erwischen muss...Irgendwie komisch: auf allen Bildern - auch diesem da rechts ja auch - wirkt der Triumphbogen immer wesentlich grösser als er wirklich ist wenn man direkt davor steht! Ich denke die Perspektive der endlos scheinenden Allée hat da ihre Finger im Spiel.
Weiter ging es an der futuristischen Fassade der Citoën-Schaubude und den irgendwie befremdlich weihnachtlich geschmückten Brunnen des Roosevelt-Kreisels entlang zum Place Clemenceau, wo mir die warme Sonne und die kalten Skulpturen ein paar nette Sujets boten.






Über die Pont Alexandre III hab ich dann kurz aufs andere Ufer gewechselt, nur um eine Abzweigung weiter denn auch gleich wieder die Brücke Richtung Place de la Concorde zu zielen, wo ich dann aber keinen Überschall-Airliner sondern den sogar noch spitzigeren Obelisk von Luxor vorfand. Am grossen weissen Riesenrad vorbei (das hab ich mir aber für den Besuch meiner Mutter und meiner Schwestern aufgespart...) ging ich die wenigen Schritte direkt in die...
Stille.
Fast schon spürbar ist sie, die Stille des Jardin des Tuileries, jener bereits 1564 gebauten Parkanlage im Herzen von Paris, direkt neben dem Louvre. Vielleicht war es bloss der den Strassenlärm schluckende Schnee, vielleicht auch die für diesen Sonnentag erstaunlich wenig Leute die diese Stille ausmachten. Aber auf jeden Fall war es ein friedlicher Ort der Ruhe inmitten der immer hektischen Stadt...


Schliesslich wendete ich auch dieser Oase der Ruhe meinen Rücken zu und wanderte auf verschlungenen Pfaden wieder mehr Richtung Norden, dem Montmartre entgegen. Extra langsem schlenderte ich ich der Basilika entgegen, den perfekten Augenblick abwartend um auch dieses Monument wieder in seinem besten Licht zu erwischen und Euch einen goldigen Sonnenuntergang nach Hause senden zu können...










